wissen sie
ich erwachte und dachte
ich sei maler strauch,
wissen sie.
dann kam ich zu mir.
doch was heisst das schon?
zu sich kommen?
ich setzte mich auf
und hörte in mich hinein,
ob ich nicht schmerzen spüren könnte.
ich konnte keine schmerzen fühlen,
sosehr ich es auch versuchte.
das nicht.
ich tastete an meinem linken knöchel,
dann am rechten,
ob sich nicht die geschwulst
gebildet hätte, über nacht.
nein, auch das nicht.
ich war erleichtert,
nicht kunstmaler strauch zu sein.
es muss furchtbar sein. anstrengend.
ich erforschte meine gedanken,
wie sie denken und,
sicherheitshalber,
ob sie nicht doch,
vielleicht ein kleines bisschen nur,
angefangen hätten,
wie maler strauch zu denken.
nein, selbst das nicht.
mit viel anstrengung aber
könnte ich überzeugend darlegen,
den misanthropismus von innen
an der schädeldecke kratzen zu hören.
aber das war schon immer so,
seit jeher und übermenschengedenken.
frost eignet sich nicht als nachtlektüre.
jh 2026
Der Lektüre von Thomas Bernhards »Frost« gewidmet.