KZ-Außenlager Guntramsdorf / Wiener Neudorf 2021
Auf den ersten Blick ist heute kaum mehr etwas zu sehen vom Außenlager des KZ Mauthausen, das von 1943 bis 1945 den „Flugmotorenwerken Ostmark“ zugeteilt war.

Heute befindet sich auf dem Areal des ehemals zwei Hektar großen Lagers das Industriezentrum Süd mit Niederlassungen namhafter Unternehmen. In den Kriegsjahren jedoch betrieb man hier einen Zweigbetrieb der Junkers- und der Daimler-Benz-Werke mit dem Ziel, Flugzeugmotoren zu produzieren. Äußerst erfolglos, wie anzumerken ist:
Statt wie geplant bis zu 1.200 Motoren pro Monat wurde zum Höchststand eine Produktion von gerade 365 Stück im April 1944 erreicht. Diese Zahl sank bis August 1944 auf 120 Motoren, im September auf 98, im Dezember auf 77. Im Frühjahr 1945 kam die Produktion gänzlich zum Erliegen.
Quelle: Homepage des Gedenkverein Guntramsdorf
Insgesamt wurden von den Flugmotorenwerken Ostmark, dem kostspieligsten Rüstungsprojekt der NS-Zeit, nur zirka 3.000 Motoren gefertigt. Die Flugmotorenwerke wurden nach dem Krieg von Wirtschaftswissenschaftlern als die größte Fehlinvestition der deutschen Kriegswirtschaft bezeichnet. Sie hatten eine Investitionssumme von 350 Millionen Reichsmark verschlungen.
Nach Kriegsende geriet die Existenz des Lagers rasch in Vergessenheit bzw. wurde „nicht gewusst“. Erst in den 1990er Jahren begann die Pfarre Neu-Guntramsdorf mit der historischen Aufarbeitung. 2005 wurde schließlich der bereits erwähnte Gedenkverein Guntramsdorf gegründet.

Es heißt, dass der Bereich des eigentlichen Konzentrationslagers noch weitgehend unverbaut ist. Zudem bietet der Gedenkverein Führungen durch noch erhaltene Bunkeranlagen an. Ich werde mich jedenfalls mit dem Verein in Verbindung setzen und hoffe, in naher Zukunft weitere Einblicke in diese Anlage geben zu können.
