Die Gusti Gang
Wie so viele andere Menschen hatten wir während der Covid-19 Pandemie den gemeinsamen Spaziergang für uns entdeckt. Vor dem ersten Besuch des Ententeichs in der Wiener Neustädter Schmuckerau hatte ich die mir Liebste bereits letztes Jahr gewarnt: es gibt dort eine Gans, vor der man sich in Acht nehmen sollte. Wir nannten ihn Gustav, natürlich.

Gustav gab es schon eine gewisse Zeit lang, wobei niemand so genau wußte, wo dieser afrikanische Höckergänserich eigentlich herkam. Jedenfalls verteidigte er seinen Teich mitunter mit gewisser Vehemenz, was so manches Kind zum Weinen und zu Fall gebracht hat.

Dieses Jahr wurde alles anders. Gustav hatte nämlich eine neue Gefährtin. Wir nannten sie Auguste, natürlich. Auch ihr Erscheinen war den Menschen hier ein Rätsel und zu der Graugänsin gesellten sich noch zwei weitere weiße Gänse.

Wochen vergingen und Gustav und Auguste machten sich mitunter rar. An einem schönen Frühlingstag wollten wir wieder ein wenig fotografieren gehen und bannten Blütenpracht und Erpel auf Bits und auf Bytes.
Dann sahen wir sie: jede Menge kleiner Gustis! Gelbe und graue Babygänse, mehr Fluff als Federn und wuselig und duselig. Wir nannten die junge Familie die Gusti-Gang, natürlich.
Der mit neuem Leben erfüllte Teich wurde nunmehr noch vehementer von Gustav beschützt, als der zuvor noch leere Teich. Wir kamen regelmäßig zu Besuch und mit uns immer mehr Menschen, die sich am Anblick der Kleinen erfreuten. So vergingen weitere Wochen und die kleinen Gänse waren in diesen virengeprägten Corona-Monaten ein strahlend heller Lichtblick.
Eines Tages jedoch, und hier nimmt diese Geschichte, die so schön begann, leider eine tragische Wende, war in den Lokalnachrichten zu lesen, daß Auguste sowie eines ihrer Kleinen Opfer einer Hundeattacke geworden waren. Das machte uns unheimlich traurig, wir waren schockiert und auch wütend. Es war herzzerreißend, daß Gustav nun wieder alleine war und sich ohne Gefährtin um die Kleinen hätte kümmern musste. Jedenfalls wurden spätestens jetzt die Amtstierärzte tätig und so kam es, daß die Gänse eingefangen und zu einem Gnadenhof gebracht wurden, wo sie nun hoffentlich unbehelligt und glücklich sein dürfen.
Seither gehen wir nicht mehr so oft in die Au…




































