Toskana 2021 – Tag 3 – Carrara, Pisa und Viareggio
Wir hatten eine geführte Tour durch einen Steinbruch gebucht, in dem der wohl bekannteste Marmor der Welt abgebaut wird: Carrara. Der Weg zu dem Steinbruch ist der mir Liebsten zufolge abenteuerlich und führt die apuanischen Berghänge über enge Straßen und schmale Tunnel hinauf. Ich hingegen hielt das schlicht für normale italienische Straßen.

Wenn man sich die klingenden Namen der berühmtesten Bildhauer durchliest, die ihre weltbekannten Werke aus dem „weißen Gold“ schufen, lässt sich die Besonderheit zumindest erahnen: Michelangelo, Gian Lorenzo Bernini, Donatello und so weiter und so fort. Außerdem wurde der vor Millionen von Jahren entstandene Stein im Dom von Florenz, im Campanile von Pisa, im Petersdom zu Rom, im Dom von Siena sowie – in neuerer Zeit – im ehemaligen World Trade Center in New York, in namhaften Casinos in Las Vegas und noch heute als Randsteine in Carrara selbst verbaut.

Die weiß bis ockerfarbenen Berghänge mit ihren künstlich geschaffenen Terrassen und Öffnungen wirken andersweltlich. Irgendwie hatte ich erwartet, Gimli zu sehen, wie er nach seinem Erzfreund Legolas Ausschau hält.

Es war kurzweilig und informativ und nach einer Jause inklusive einem kühlen Getränk, das den allgegenwärtigen Marmorstaub die Kehle hinunterspülte, fuhren wir am frühen Nachmittag weiter nach Pisa.

Pisa, nun, das war mein dritter Aufenthalt in der Stadt, die manche Menschen in Schwärmen bringt. Hauptsächlich wegen dem Gebäudeensemble auf der Piazza del Duomo und nebensächlich – tja – bislang habe ich noch nichts entdeckt, das mich an Pisa abseits des touristischen Hotspots begeistern konnte.

Aber das architektonische Zusammenspiel des Doms Santa Maria Assunta, des Baptisteriums und des Glockenturms ist auch beim wiederholten Besuch sehenswert. Bei meinem letzten Besuch waren noch Bauarbeiten in Verbindung mit den Sicherungsmaßnahmen zu sehen, die inzwischen vollständig unter grünem Gras verschwinden.

Der schiefe Turm von Pisa ist ja jetzt (bei weitem) nicht der schiefste Turm der Welt, auch nicht Europas und vermutlich nicht einmal Italiens, aber dennoch wahrscheinlich einer der Spektakulärsten in Bezug auf die optische Wirkung, wenn er hinter dem Dom hervorlugt wie ein neugieriges Kind. Die Architektur an sich ist natürlich äußerst gefällig und er steht, je nach gewählter Perspektive, so schief, daß Tausende von Touristen jeden Tag alles in ihrer Macht stehende tun, um ihn wieder aufzurichten.

Danach schlenderten wir noch die Via Santa Maria hinab bis zum Arno und wieder retour, bevor wir nach Viareggio aufbrachen. Dort genossen wir die letzten Sonnenstrahlen des Tages am Strand.























