Toskana 2021 – Tag 4 – Volterra und San Gimignano
Volterra hat nicht nur einen gut klingenden italienischen Namen und gilt als eine der schönsten Städte der Toskana, sondern wurde zuletzt zusätzlich durch die Romanserie „Biss…“ von Stephenie Meyer bekannt; bekannt – genauer gesagt durch die Twilight-Saga. Anmerkung: Team Jacob! Genauer gesagt jedoch diente nicht Volterra selbst als Drehort, sondern ein Städtchen namens Montepulciano, das sogar einen noch wohlklingenderen italienischen Namen trägt. Da sowohl mir als auch der mir Liebsten das eigentlich ziemlich egal war, spielte das soeben Erwähnte so gar keine Rolle und dient daher ausschließlich dazu, nicht unerwähnt zu bleiben.

Wie dem auch sei, Volterra ist alt, Volterra ist verwinkelt, charmant, so gut wie autofrei, wenn man von einigen winzigen Töfftöffs absieht, und somit eine steingewordene Blaupause des touristischen Italiens. Es gibt einiges zu sehen, das tatsächlich erwähnenswert ist wie etwa das römische Theater, der (in dieser Form einzig erhaltene) Palazzo dei Priori oder die Festung der Medici, die in italienisch (Fortezza Medicea) beinahe noch besser klingt als sie aussieht.
Aber eigentlich sind es nicht diese bekannten Gebäude und Ruinen, die den Reiz ausmachen. Ich denke, diese Aussage trifft auf viele Städte der Toskana zu: es sind all die kleinen Wohnhäuser mit ihren Holztüren und Türklopfern, all die winzigen Geschäfte mit teils liebevoll gestalteten Auslagen, die Uniformität der Dächer, die einheitliche Farbe der Steinfassaden und die Möglichkeit, hinter jeder Ecke der nächsten schmalen Gasse Neues zu entdecken.
In San Gimignano, womit wir wieder bei gut klingenden italienischen Ortsnamen wären, sollte unsere nächste Unterkunft sein. Das Hotel Bel Soggiorno innerhalb der Stadtmauern überstand unseren Aufenthalt weitgehend unversehrt. Das Zimmer war ein ganz normales Zimmer wobei immer anzumerken ist, daß in Italien ganz normale Zimmer tendenziell eher klein sind. So gesehen war das also eigentlich ein etwas größeres Zimmer mit ohne Highlights. Das Highlight war nämlich der Frühstücksraum, der einen wunderbaren Ausblick auf die umliegende Landschaft bietet. Leider habe ich keine guten Fotos dieses großartigen Blickes, daher müssen nachfolgende Bildchen reichen. Der Rest ist durch des Betrachters Imagination zu vervollständigen.
Für mich persönlich ist San Gimignano, immer noch unaussprechlich für die mir Liebste, das schönste Städtchen der Toskana. Es vereint all die Großartigkeiten und Eigenheiten, die dieses Gebiet so einzigartig machen. Es liegt erhaben über den umliegenden toskanischen Hügeln, an deren Hänge Wein angebaut wird. Es verfügt über etliche Geschlechtertürme (Phallus-Scherze siehe Lucca) und eine (tatsächlich) mittelalterliche Struktur, die in dieser Form nicht oft zu finden ist. Ein gewisser Cosimo I. de’ Medici, seines Zeichens toskanischer Großherzog, entschied anno 1563, daß in San Gimignano „auch keine geringe Summe“ mehr investiert werden darf. So blieb Vieles, wie es damals war und so wirkt San Gimignano immer noch aus der Zeit gefallen und wüsste man nicht, daß man mit seinem Auto in einer verdammt engen Tiefgarage unterhalb dieser Stadt steht, wäre man kaum verwundert, würde Dante Alighieri höchstselbst, seine Divina Commedia rezitierend, ums nächste Eck biegen.
Wir genossen den Abend in der blauen Stunde bei einem Spaziergang über die zu dieser pandemischen Zeit eher leeren Plätze. Das war eine Lüge, denn eigentlich hasteten wir von einem Fotomotiv zum nächsten um die blaue Stunde fotografisch ausnutzen zu können.











































